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Ein gutes Gefühl, Mitglied bei der IPA zu sein. Ich bedanke mich herzlich für die hergestellten Kontakte nach Deutschland und die Niederlande. Bei meinem Besuch des fünftägigen Festivals „Sail Bremerhaven“, zu dem etwa 1,4 Mio. Besucher kamen wurde mir vom Verbindungsstellenleiter der IPA Bremerhaven, Stefan Skodzik, das Gästezimmer der IPA zur Verfügung gestellt. Er hatte es sich auch nicht nehmen lassen, mich vom Flughafen Bremen abzuholen, während des Dienstes einen Fototermin einzuplanen und am Ende meines Aufenthaltes mich zum Bahnhof zu bringen. IPA-Freund Peter I. den ich kennenlernte, ermöglichte mir, jederzeit auf das Schulschiff Deutschland an Bord kommen zu dürfen. Eine Woche später gab es bei der "Sail Amsterdam" jede Menge Schiffe und Segel. Diese hatte alle meine Erwartungen übertroffen. Etwa 2,3 Mio. Besucher kamen zu diesem maritimen Festival mit über 600 Schiffen. Davon waren 21 Großsegler und 50 Schiffe mit drei Masten. Mit dem IPA-Präsident von Amsterdam, Arnout Reitsma, hatte ich während des Festivals Kontakt und Gelegenheit für ein Gespräch und Austausch von Gastgeschenken. Abseits der vielen spannenden Begegnungen war die „Gorch Fock“, das Segelschulschiff der Deutschen Marine, ein ganz besonderer Anblick, der die Aufmerksamkeit vieler Besucherinnen und Besucher auf sich zog. Die Legende vom „Weißen Schwan“ Das Segelschulschiff Gorch Fock war einer der heimlichen Stars unter den Schiffen der Sail Bremerhaven und Sail Amsterdam diesen August in der Nordsee. 600 Schiffe, davon 21 Großsegler und 50 Schiffe mit drei Masten boten einem Millionen-Publikum faszinierende Einblicke in die Seefahrt – 1,4 Mio. Bremerhaven-Besucher und in Amsterdam 2,3 Mio. Doch was macht die Gorch Fock so besonders? Wie gefährlich ist die Ausbildung am Schulschiff wirklich? Warum will jeder Segler einmal an Bord des „Weißen Schwans“ sein, und weshalb stieß die Sanierung des Schiffs in der Öffentlichkeit derart auf Gegenwind? Beim Besuch der zwei internationalen Segelevents wurden all diese Fragen beantwortet – und noch viele mehr! Die Gorch Fock ist das wohl bekannteste Segelschulschiff der Deutschen Marine und ein Symbol für maritime Tradition, Disziplin und internationale Verbundenheit. Das imposante Dreimast-Vollschiff dient in erster Linie der Ausbildung von Offizieranwärterinnen und -anwärtern. Gleichzeitig repräsentiert es Deutschland bei internationalen Segelevents und diplomatischen Anlässen auf der ganzen Welt. Geschichte und Ausbildungstradition Das heutige Schulschiff Gorch Fock wurde im Jahr 1958 bei Blohm + Voss in Hamburg gebaut. Benannt ist das Schiff nach dem Schriftsteller Johann Wilhelm Kinau, der unter dem Pseudonym „Gorch Fock“ bekannt wurde und 1916 in der Seeschlacht am Skagerrak fiel. Die Bark ist die Zweite dieses Namens. Bereits 1933 wurde ein erstes Schulschiff mit diesem Namen für die damalige Kriegsmarine gebaut. Dieses wurde 1945 zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor Stralsund versenkt, 1948 von der Sowjetunion gehoben und unter dem Namen Towarischtsch als Schulschiff auf dem Schwarzen Meer eingesetzt – ab 1992 unter ukrainischer Flagge. Im Jahr 2003 erwarb der Verein „Tall-Ship Friends e.V.“ das Schiff und überführte es nach Stralsund, wo es zu einem barrierefreien Museumsschiff restauriert wurde. Heute ist es dort als Gorch Fock I zu besichtigen. Der Stapellauf der Gorch Fock (in der Literatur aus oben erwähnten Gründen bisweilen auch als Gorch Fock II bezeichnet) erfolgte am 23. August 1958, die Indienststellung am 17. Dezember desselben Jahres. Seitdem wird das Schiff kontinuierlich für die seemännische Ausbildung eingesetzt. Diese ist anspruchsvoll und vermittelt neben nautischen sowie seemännischen Fähigkeiten auch wichtige persönliche Eigenschaften wie Teamgeist, Stehvermögen und Verantwortungsbewusstsein. Die mehrwöchige Ausbildung zum Seeoffizier erfolgt vorerst in der Marineschule Mürwik in Flensburg. Darüber hinaus müssen alle zunächst ein Entertraining am 28 Meter hohen Übungsmast erfolgreich absolvieren, bevor es in die Takelage geht. Weitere Voraussetzungen sind ein bestandener Fitnesstest sowie eine schiffsärztliche Untersuchung. An Bord segelt überwiegend der Offiziersnachwuchs der Deutschen Marine – seit 1989 auch Frauen. Zwar ist die Gorch Fock kein Kriegsschiff, doch die militärische Hierarchie an Bord entspricht der Struktur der Marine. Die Stammbesatzung besteht aus rund 70 Soldatinnen und Soldaten; bei Ausbildungstörns kommen bis zu 115 Kadetten hinzu. Geschlafen wird in Hängematten, je zwei übereinander, die tagsüber gepackt und verstaut werden. Tagsüber dient der Raum mit bis zu 80 Hängematten als Aufenthalts- und Lehrbereich. Leider gab es in der Geschichte des Schiffs auch tragische Vorfälle: Sechs Besatzungsmitglieder kamen bislang bei Unfällen ums Leben. Besonders zwei Unglücke in den Jahren 2003 und 2010 führten zu öffentlichen Debatten über das strenge Ausbildungsprogramm an Bord. In der Folge wurden Ausbildungstörns ausgesetzt und die Ausbildung modernisiert. Jährlich absolviert die Gorch Fock drei Ausbildungsreisen mit jeweils etwa 6.000 Seemeilen. Seit ihrer Indienststellung hat sie rund 800.000 Seemeilen zurückgelegt – etwa 80 % davon unter Segeln. Derzeitiger Kommandant des Schiffs ist Fregattenkapitän Elmar Bornkessel, der bereits zuvor mehrere Positionen an Bord innehatte. Technische Daten und Besonderheiten Die Gorch Fock ist eine sogenannte Bark – ein Rahsegler mit drei Masten, wobei der hintere Mast mit Schratsegeln (längs zur Fahrtrichtung) getakelt ist. Sie ist 89,3 Meter lang, 12 Meter breit und hat einen Tiefgang von ca. 5,3 Metern. Aufgrund des tragischen Untergangs des Segelschulschiffs Pamir im Jahr 1957 wurde der Rumpf der Gorch Fock mit 400 Tonnen Eisenballast ausgestattet, um ihre Stabilität auf See zu erhöhen. Die Gesamthöhe der Masten beträgt bis zu 45 Meter, der Klüverbaum misst 17 Meter. Die Segelfläche beträgt über 2.036 Quadratmeter. Das Hauptruder wird über drei große Steuerräder bedient. Die Kommandobrücke liegt völlig ungeschützt. Bis zu sechs Rudergänger stehen dort bei jedem Wetter draußen an den drei Steuerrädern, um das Schiff auf Kurs zu halten. Das Ankerlichten kann sowohl maschinell als auch manuell per Gangspill erfolgen. Gesegelt werden kann bis zu einem Winkel von 55 Grad zum Wind. Mit anderen Herausforderungen sind in der Kombüse 6 bis 8 Köche beschäftigt, die das tägliche Essen für die 80-köpfige Stammbesatzung und für bis zu 115 Offiziersanwärter liefern. Unterstützung gibt es von Abkommandierten für Abwäsche, Kartoffelschälen und sonstige Hilfsarbeiten. Die Gallionsfigur – ein stilisierter Albatros – wurde nach mehreren Verlusten durch eine widerstandsfähige Kunststofffigur ersetzt. Aufgrund ihres weißen Rumpfes und ihres eleganten Erscheinungsbilds trägt die Gorch Fock auch den Beinamen „Der Weiße Schwan“. Seit den 1960er Jahren begleitet ein eigenes Bordlied die Gorch Fock, das teils humorvoll, teils realistisch die Herausforderungen der Ausbildung beschreibt. Erstmals wurde das Schiff im Jahr 1985 umfassend modernisiert. Dabei wurden u. a. eine Kläranlage, eine Müllpresse, ein leistungsstarker Frischwassererzeuger und ein neuer Dieselmotor eingebaut. Die Motorleistung wurde von 800 PS auf ca. 1.220 PS erhöht, womit eine Geschwindigkeit von bis zu 13,7 Knoten erreicht wird. Unter Segeln erreichte die Gorch Fock während eines Sturmtiefs sogar 18,2 Knoten (etwa 33 km/h). Zwischen 2016 und 2021 erfolgte eine notwendig gewordene vollständige Grundinstandsetzung des Schulschiffs. Diese Sanierung war in der Öffentlichkeit stark umstritten, da sich die ursprünglich veranschlagten Kosten von 10 Millionen Euro auf über 135 Millionen Euro erhöhten. Gründe hierfür waren unter anderem Baustopps, die Insolvenz einer Werft und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Dennoch konnte das Schiff im September 2021 vollständig überholt wieder in Dienst gestellt werden. Regatten und internationale Präsenz Heute ist die Gorch Fock nicht nur ein Ausbildungsplatz für angehende Marineoffiziere, sondern auch ein international bekanntes Aushängeschild der Deutschen Marine. Ihre Präsenz bei Regatten, Hafenfesten und diplomatischen Missionen macht sie zu einem lebendigen Symbol deutscher Seefahrtstradition. Die Gorch Fock nimmt regelmäßig an internationalen Segelveranstaltungen teil, etwa an den berühmten Windjammerparaden oder den Tall Ships’ Races, organisiert von der internationalen Sail Training Association (STA). Um faire Wettkampfbedingungen zu gewährleisten, gibt es einen sogenannten Zeitberichtigungsfaktor, der technische Merkmale wie Schiffslänge, Gewicht, Form des Riggs und Alter des Schiffes berücksichtigt. Die STA teilt teilnehmende Schiffe in drei Hauptklassen ein: Klasse A: über 170 Fuß (ca. 51,8 Meter) Klasse B: 100–170 Fuß (ca. 30,5–51,8 Meter) Klasse C: unter 100 Fuß (unter 30,5 Meter) Mit ihren fast 90 Metern Länge gehört die Gorch Fock zur höchsten Klasse A. Bei der Einlaufparade der Sail BREMERHAVEN war der deutsche Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier an Bord der Gorch Fock. An all den anderen Tagen konnte das Schiff zu bestimmten „Open Ship“ Zeiten besucht, und das Bordleben und die Innenansichten des Schiffes aus der Nähe besichtigt werden. Autor: Karl Mitsche Fotos
Anlässlich eines Urlaubs in Istrien bot sich dem Präsidenten der IPA Österreich, Robert Neumann, die Gelegenheit, Loris Kozlevac, den Präsidenten der IPA Kroatien und einige seiner Funktionäre in Pula zu treffen. Ein Sommernachmittag in angenehmer Atmosphäre bot ausreichend Gelegenheit für einen interessanten und informativen Erfahrungsaustausch. Man fand Gemeinsamkeiten und besprach Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Sektionen noch weiter zu verbessern. Präsident Robert Neumann würdigte die Leistungen und Bemühungen der kroatischen Sektion innerhalb der IPA-Familie. Da der Weltkongress der IPA im September 2025 in Krakau abgehalten wird, wurde auch gleich ein weiteres Treffen der beiden Präsidenten im Rahmen des Weltkongresses vereinbart. Robert Neumann Fotos
Die IPA ist ein Freundschaftsverein, was schon in ihrem Leitspruch „Dienen durch Freundschaft“ deutlich sichtbar wird. Zur Festigung der gegenseitigen Beziehungen gehören auch Freundschaftstreffen. Ein solches fand am 18. August 2025 in Graz zwischen dem Präsidenten der Deutschen Sektion, Philipp Kurz, und dem Präsidenten der Österreichischen Sektion, Robert Neumann, statt. Bei strahlendem Wetter wurde einen wunderschöner, gemütlicher Tag in entspannter Atmosphäre und mit netten und interessanten Gesprächen verbracht. Robert Neumann Fotos
Seit 45 Jahren arbeiten die IPA Österreichische Sektion und der IPA-Verlag zusammen. Dieser wurde 1980 von Rolf Schulz gegründet und schon ein Jahr später stellt er Roswitha Schwab als erste Mitarbeiterin an. Sie wurde seine rechte Hand und stand als Prokuristin der Verwaltung und der Personalabteilung vor. Ihr unermüdliches Engagement sorgte für einen reibungslosen Betriebsablauf und – als verlässliche rechte Hand des Chefs – vertrat sie, wenn erforderlich, auch die Geschäftsleitung. Die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und der IPA Österreich ist auch ihr zu verdanken. Nach 44 Jahren trat Roswitha Schwab nun per 1. August 2025 in den mehr als wohlverdienten Ruhestand. Im Rahmen einer Verabschiedungsfeier am 21. Juli 2025 dankte ihr Präsident Robert Neumann im Namen der IPA Österreichische Sektion für die außerordentlich gute Zusammenarbeit und wünschte Frau Schwab alles Gute für ihren neuen Lebensabschnitt. Robert Neumann Fotos

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Der Inhalt von www.ipa.at befasst sich mit den Vereinsaktivitäten, die in den Statuten genannt sind und berichtet über soziale Aktivitäten von Mitgliedern der International Police Association.